Archive für Dezember 2010

Wie nachhaltig ist ein Green Hotel?

Messeauftritte sind unmittelbar mit Geschäftsreisen verknüpft und in den meisten Fällen bedeutet der Standdienst auch die auswärtige Unterbringung in einem Hotel. Dass auch Hotels überzeugend die Maxime von reduziertem Energieverbrauch und höherem Umweltschutz verfolgen können zeigt die Eröffnung des „Explorer“ als erstes europäisches Passivhotel in Fischen/Allgäu Mitte Dezember.  

Das zertifizierte Haus wurde nach dem ökonomischen Prinzip Minimierung der Energieverluste und Maximierung der Energiegewinne konzipiert. In ganz Europa einzigartig ist dieses innovative Energiekonzept: der Einsatz von Spezialfenstern und die Energie-Rückgewinnung durch die Wärmeabgabe der Hotelgäste und der eingesetzten Elektrogeräte optimieren die Energiebilanz des „Green Buildings“. Im Sommer sorgen Verschattungen, Balkone oder Jalousien für angenehm kühle Luft in den Räumen.  

Obwohl das „Explorer“ nur 10% des CO² Ausstoßes eines vergleichbaren Hotels in konventioneller Bauweise ausstößt kann der Gast dort auch noch eine erhebliche Steigerung des Wohnkomforts erwarten. Behagliche Temperaturen können in einem Passivhaus sowohl im Winter als auch im Sommer ohne separates Heiz- bzw. Klimatisierungssystem erreicht werden. Durch eine gute, homogene Dämmung und die Passivhausfenster sind alle Räume gleichmäßig warm. Schlechte Luft im Zimmer gibt es dank der Komfortlüftung mit Wärmegewinnung nicht. Die Luftqualität ist Tag und Nacht besser als über die übliche Fensterlüftung. 

Wünschenswert wäre es, wenn diese Initiative Erfolg hat und weitere Hotelketten dem nachhaltigen Vorbild folgen würden. Weitere Infos unter www.explorer-hotel.de

ISO 26000 – ein geeigneter Standard für Messe-Nachhaltigkeit?

Mit Einführung der neuen Norm ISO 26000 im November 2010 gibt es jetzt auch einen international gültigen Standard für Social Responsibility. Dieser Standard definiert Richtlinien für die gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen jeglicher Art, hat also einen besonders starken Fokus auf die soziale Dimension von Nachhaltigkeit. Eine prozessorientierte Betrachtung zur Optimierung der internen Geschäftsabläufe im wirtschaftlichen Sinne geht dabei verloren. Folgende Kernaspekte werden schwerpunktmäßig berücksichtigt:

 ·        Organisationsführung  ·   Menschenrechte  ·   Arbeitsbedingungen  ·   Umwelt  ·   anständige Handlungsweisen · Konsumentenfragen  ·   regionale Einbindung und Entwicklung 

Darüber hinaus beschränkt sich die ISO 26000 im Gegensatz zu ISO 9001 oder ISO 14001 auf freiwillige, nicht bindende Kriterien und ist damit keine zertifizierbare Management-Norm. Vorrangiges Motiv der ISO 26000 ist damit, gute Vorsätze in vorteilhafte Handlungsweisen zu überführen. Eine ausführliche Darstellung finden Sie in der ISO 26000 Projektbeschreibung unter www.iso.org/sr 

Corporate Social Responsibility (CSR) dagegen steht für eine nachhaltige Unternehmensführung im Kerngeschäft, die fest in der Geschäftsstrategie verankert ist. Grundlage für das deutsche Verständnis von CSR ist die europaweit etablierte Definition der Europäischen Kommission. Die freiwilligen Richtlinien resultieren aus den Forderungen des Brundtland-Reports von 1987, gehen heute aber typischerweise über die gesetzlichen Anforderungen hinaus: http://www.unric.org/html/german/entwicklung/rio5/index.htm. 

Zentrales Element der CSR-Strategie ist im neueren Verständnis eine ausgewogene, nachhaltige Geschäftsentwicklung innerhalb der drei Dimensionen Ökologie, Ökonomie und soziale Belange. Damit positioniert sich CSR klar als wichtiger Wettbewerbsfaktor für Ihr Unternehmen. Voraussetzung ist allerdings eine glaubwürdige und transparente Dokumentation der eigenen CSR-Strategie für alle Stakeholder. Weiterführende Infos unter www.nachhaltigkeitsrat.de

Erstes internationales Nachhaltigkeitszeichen für das Messewesen

Ganz im Sinne von “Verantwortung Messen” ist das MESSE INSTITUT bei der Einführung einer eigenen CSR-Zertifizierung für die Messebranche einen großen Schritt voran gekommen. Durch die strategische Kooperation mit Green Globe können jetzt erstmals Aussteller und messeaffine Zulieferer auf Basis eines global anerkannten, objektiven Auditierungsprozesses zertifiziert werden.

Am Rande der mx28 in München wurde am 1.12.2010 ein entsprechendes Kooperationsabkommen zwischen dem MESSE INSTITUT und Green Globe, vertreten durch den Geschäftsführer Deutschland, Dr. Peter Zimmer unterzeichnet. Damit ist sichergestellt, daß in Ergänzung zu den bereits bestehenden 300 CSR-Indikatoren von Green Globe weitere messespezifische Indikatoren des MESSE INSTITUTs bei der Zertifizierung berücksichtigt werden.

Alle Nachhaltigkeits-Kriterien sind wissenschaftlich fundiert und werden regelmäßig zweimal im Jahr überprüft. Zur erfolgreichen Zertifizierung müssen beim Audit mindestens 51% dieser dynamischen Kriterien erfüllt werden. Das MESSE INSTITUT ist nach dem EVVC und dem German Convention Buero der dritte bedeutende Green Globe-Partner aus dem Bereich Meetings, Messen und Veranstaltungen. Bis dato sind bereits über 1.000 Unternehmen Green Globe zertifiziert worden. Weitere Infos unter www.messe-institut.de

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