Archive für Januar 2011

Nachhaltige Beschaffung im Messewesen

Für Messeprojekte spielt der verantwortungsvolle Einkauf relevanter Güter und Dienstleistungen eine zentrale Rolle. Kluge Einkaufspolitik wirkt sich nicht nur massiv auf Ihr Messebudget und damit die Effizienz eines Messeprojektes aus. Mit der Auswahl bestimmter Waren und Lieferanten übernehmen Sie darüber hinaus eine zentrale Verantwortung in Hinblick auf soziale, umweltverträgliche und nachhaltige Warenströme und Dienstleistungen.

Zur Unterstützung für nachhaltigen Einkauf hat die Europäische Kommission unter dem Titel “Buying Green!” ganz aktuell ein Handbuch für ökologisches Beschaffungswesen veröffentlicht http://ec.europa.eu/environment/gpp/pdf/buying_green_handbook_de.pdf . Dieser praxisbezogene Leitfaden für umweltorientierte Beschaffung beschreibt ganz konkret, wie Umwelterwägungen in öffentliche Vergabeverfahren integriert werden können. Auch wenn sich die dargestellten Richtlinien gezielt an öffentlichen Auftraggebern orientieren, dienen diese doch gleichermaßen als Empfehlung für alle verantwortungsvolle Unternehmen im Messeumfeld.

Die Initiative Green Public Procurement (GPP) http://ec.europa.eu/environment/gpp/index_en.htm regelt Prozesse für umweltorientiertes öffentliches Beschaffungswesen und versucht damit die unerwünschten ökologischen Auswirkungen von Waren und Dienstleistungen über den gesamten Lebenszyklus zu minimieren. Bei einem entsprechendem Auftragsvolumen läßt sich durch das Konzept einer umweltorientierten Beschaffung maßgeblich das Angebotsverhalten auf dem Markt beeinflussen. Durch konsequente Anwendung der GPP-Richtlinien geben Behörden der Industrie echte Anreize für die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien und Produkten.

Als Aussteller und Auftraggeber können Sie sich auf Basis der GPP Richtlinien einen eigenen Verhaltenskodex (Code of Conduct) in Form einer Einkaufsrichtline zusammenstellen und üben damit nachhaltigen Druck auf ihre Lieferanten aus. Alle Kriterien dieser Einkaufsrichtlinie (z.B. Fokus auf Fairtrade Produkte oder regionale Lieferanten) definieren Sie selbst aufgrund Ihrer persönlichen Überzeugung und den Schwerpunkten in Ihrem Nachhaltigkeitsbericht. Mit diesem Schritt leisten Sie bereits einen sehr wichtigen Umwelt-Beitrag im Rahmen Ihrer Messeprojekte.

Das Leitbild Nachhaltigkeit setzt sich durch

Immer mehr Deutsche können mit dem Begriff „Nachhaltige Entwicklung“ etwas anfangen: Von rund 2.000 in einer repräsentativen Umfrage angesprochenen Personen gaben 43 Prozent an, von nachhaltiger Entwicklung schon gehört zu haben, und zwar als „Leitbild für den Umweltschutz“. Der Bekanntheitsgrad des Begriffs hat sich binnen zehn Jahren mehr als verdreifacht. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie Umweltbewusstsein in Deutschland 2010, die das Umweltbundesamt (UBA) und das Bundesumweltministerium (BMU) Mitte Dezember veröffentlicht haben. Hauptfaktoren sind die zunehmende Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen, die nationale Nachhaltigkeitsstrategie und die Einrichtung des Rates für Nachhaltige Entwicklung. Die Studie zeigt auch, dass die Bundesbürger in Sachen Umweltschutz hohe Erwartungen vor allem an Wirtschaft und Staat richten, weniger aber an sich selbst. http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/4045.pdf


Auf eine hohe Zustimmung zu Werten der Nachhaltigkeit weist auch eine Ende Oktober 2010 vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) vorgestellte Studie hin, deren Autoren das Naturbewusstsein von rund 2.000 Deutschen ergründet haben. 89 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen demnach im Naturschutz eine wichtige politische Aufgabe. Auch befürworten sie mehrheitlich die nachhaltige Nutzung der Natur und ihren Erhalt für nachfolgende Generationen. http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/themen/gesellschaft/Naturbewusstsein%202009.pdf

Weitere Infos unter http://www.nachhaltigkeitsrat.de/news-nachhaltigkeit/

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