Archive für Juli 2011

Is(s)t Ihr Messe-Catering nachhaltig?

Ein attraktives Angebot von Speisen und Getränken am Messestand unterstützt ohne Zweifel den Wohlfühlfaktor für Ihren Messebesucher. Im Sinne der Differenzierung vom Wettbewerber gleich nebenan kredenzt man gerne wichtigen Kunden ein ansprechendes Catering. Dass man dabei ganz besonders auf die richtige Auswahl der Leckerbissen achten muss zeigt die aktuelle Diskussion in den Medien.

 

Unter dem Eindruck von Fukushima, Tschernobyl und anderen Umweltkatastrophen haben verseuchte Lebensmittel in der Vergangenheit immer wieder kritische Stimmen provoziert. Nach dem gerade überstandenen EHEC-Skandal richtet sich das Interesse der Öffentlichkeit nun auf radioaktiv belastete Fische, Algen und Tee aus Japan, bei denen die Belastung laut Greenpeace auf das bis zu 50-fache der zulässigen japanischen Grenzwerte liegt. Demzufolge rät das Umweltinstitut München dringend vom Konsum dieser Lebensmittel ab.

 

Für etwas Transparenz im undurchsichtigen Lebensmittel-Angebot des deutschen Lebensmittel-Einzelhandels sorgt ab sofort die Website www.lebensmittelklarheit.de unter der sich unter anderem Informationen zur Kennzeichnungspflicht, Produktinfos mit Erklärung der Inhaltsstoffe (Zutatenliste), diverse Allergieauslöser und eine Darstellung entsprechender Öko-Siegel finden. Gleichzeitig verfolgt dieses Portal das Ziel, Verbraucher zu motivieren, dort unzureichend gekennzeichnete Produkte öffentlich anzuzeigen. Über diesen Weg soll langfristig Druck auf die Anbieter ausgeübt werden, das Sortiment für Konsumenten nachhaltiger zu gestalten. Machen Sie mit!

Hat Nachhaltigkeit einen messbaren Wert?

Mit einer vielversprechenden CSR-Studie ist die Münchner Agentur Serviceplan im Juni 2011 an den Start gegangen. Gut 2.500 Verbraucher haben für einen übergreifenden Sustainability Index 66 deutsche Markenunternehmen in Bezug auf Nachhaltigkeit bewertet.

Dabei umfasste der Green Image Score die ökologische Wahrnehmung eines Unternehmens, der Economic Image Score faires und seriöses Wirtschaften, der Social Image Score die Arbeitsbedingungen und gesellschaftliche Verantwortung. Aus der Summe aller Teilbewertungen resultiert der Social Image Score (SIS) als messbarer Index für die Nachhaltigkeit eines Unternehmens. Als Referenzwert orientierte sich der Value Image Score an den klassischen Imageuntersuchungen (nachhaltige Gesinnung).

Erwartungsgemäß stellt sich die ökologische Verantwortung als wichtigster Treiber für die wahrgenommene Nachhaltigkeit heraus. Ökonomische Aspekte bilden die nächst höheren Einflußfaktoren, gefolgt von sozialen Gesichtspunkten. Dabei sind Produktqualität, nachhaltiges Wirtschaften und Nutzwert die wichtigsten Kriterien für einen hohen Markenmehrwert im SIS. Interessanterweise verschieben sich die Präferenzen bzgl. Nachhaltigkeitskriterien je nach Branche. Somit ergibt sich für jedes Unternehmen ein individuelles Nachhaltigkeitspotenzial, das es zu erkennen gilt, um einen maximalen Index bei seinen Kunden zu erreichen.

Letztendlich lassen sich auf Basis des errechneten SIS geeignete authentische Kommunikationsmaßnahmen ableiten, die das nachhaltige Bild eines Unternehmens in der Öffentlichkeit ideal beeinflussen können. Es versteht sich von selbst, daß dieses Image nur Bestand haben wird, wenn der Absender glaubwürdiges Marktverhalten nachhaltig beweist.

Eine umfassende Auswertung der interessanten Studie mit teilweise recht überraschenden Ergebnissen gibt es unter http://www.serviceplan.com/newsroom/pressemitteilungen/detail.html?tx_sppresse_pi1[pressID]=1450 oder www.wiwo.de/technik-wissen/hipp-ist-das-nachhaltigste-unternehmen-deutschlands-468448/

Nachhaltigkeit im Business-Fokus

Diese Veröffentlichung hat in der Tat für nachhaltigen Wirbel in der Medienlandschaft gesorgt: Nachdem Puma bereits 2010 den Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Nachhaltigste Zukunftsstrategie“ gewonnen hatte sogt der Sportartikelhersteller jetzt wieder für Furore. Im Mai dieses Jahres hat Puma mit Unterstützung von Price Waterhouse Coopers als erstes Unternehmen eine ehrliche Umweltbilanz erstellt, bei der die weltweiten Auswirkungen von Produktion und Vermarktung der eigenen Produkte in Hinblick auf Wasserverbrauch und CO²-Emissionen erfasst und bewertet wurden.

 

Im Zuge dieser Untersuchung wurde die Produktion einer Tonne CO² mit 66€ und der Verbrauch eines Kubikmeters Wasser mit 0,81€ Kosten monetarisiert. In Jahr 2010 verursachte das Unternehmen damit einen Umweltschaden von 7,2 Mio.€ und seine Zulieferer additional 87,2 Mio.€. In Summe können Puma somit 94,4 Mio.€ Raubbau an Wasservorräten und CO²-Verschmutzung angelastet werden, was de facto knapp 50% des ausgewiesenen Gewinns im Geschäftsjahr 2010 entspricht.

http://vision.puma.com/us/en/2011/05/puma-announces-results-of-unprecedented-environmental-profit-loss/

 

Laut Firmenlenker Jochen Zeitz sollen im nächsten Schritt neben ökologischen Aspekten auch noch soziale und ökonomische Faktoren erfasst werden, um eine umfassende Gewinn- und Verlustrechnung für Nachhaltigkeit ausweisen zu können. Langfristiges Ziel von Puma ist, diese Ökobilanz in allen ausgewiesenen Aspekten zu optimieren. Dann wird sich auch zeigen, ob ein Unternehmen wahrhaft erfolgreich nachhaltig wirtschaften kann, ohne die Umwelt negativ zu beeinflussen.

 

Puma startet mit dieser Initiative in der Tat ein tapferes Unterfangen, was hoffentlich als gutes Beispiel in anderen Unternehmen Schule machen wird. Ein interessantes Interview zu diesem Thema finden Sie unter http://www.utopia.de/magazin/puma-chef-jochen-zeitz-im-interview-wird-ein-gruenes-startup-das-naechste-google?all

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